Zur inhaltlichen Gestalt von «Ein Nachrichtenblatt» (ENB)

Im Anschluss an die Motive Rudolf Steiners für das Mitglieder-Nachrichtenblatt (gesammelt in ENB 8/2011) konnten wir bisher folgende Arbeitsgebiete anfänglich aufgreifen und sehen darin eine der gegenwärtigen Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens dringend förderliche Aktualität:

 

1. «Mitglieder-Korrespondenz»

Für diese Korrespondenz «die die Korrespondenz von jedem Einzelnen immer mehr und mehr wird sein können» (Fußnote 1: GA 260 [1994], 24. Dezember 1923, 11 Uhr 15 vormittags) lag Rudolf Steiner unverkennbar das Individuelle im Sinn, wenn er dazu aufforderte, dass „ein jeder einen wirklichen Brief schreibt, wie's ihm ums Herz ist; wenn wir mit Menschen, nicht mit Schemen zu tun haben. … [was] einen menschlichen Eindruck mit allerlei menschlichen Schwächen macht … Das kann alles kunterbunt durcheinandergehen; dann ist halt das die Individualität des betreffenden Menschen, und es wird uns gerade interessieren.“ (Fußnote 2: GA 260 [1994], 30. Dezember 1923, 10 Uhr vormittags)

(vgl. ENB 1/2011)

 

2. «Anthroposophische Leitsätze»

Ein Wiederaufgreifen der Leitsatzarbeit scheint uns möglich und sinnvoll (vgl. ENB 14–19/2011). Historisch gesehen gingen die Leitsätze in das sogenannte Jahresthema über. Für das laufende Arbeitsjahr lautet es auf «Die Identität der Anthroposophischen Gesellschaft» (ENB 7/2012 ff.). Dieses mündet unseres Erachtens gegenwärtig in Bemühungen um eine «Erneuerung der Gesellschaft» (ENB 12/2012 ff.).

 

3. «Was in der Welt vorgeht»

„Wir brauchen das rege Interesse für alle Erscheinungen des Lebens in der Welt. Wir brauchen in der Gesellschaft ein gesundes Urteil über diese Erscheinungen. … Auch was im geistigen Leben der Gegenwart außerhalb der Gesellschaft vorgeht, soll in das gemeinsame Bewußtsein aufgenommen werden. … Dann kann auf diese Art das, «was in der Welt vorgeht», zu etwas werden, was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht.“ (Fu 3ßnote 3: 

GA 260a [1987], 27. Januar 1924, Nachrichtenblatt)

 

4. «An die Mitglieder!»

 

Rudolf Steiners Briefe an die Mitglieder

– in geänderter Zeitlage

 

Diese ‘Briefe‘ richteten sich an das tiefere Individuelle im Menschen, welches gesellschaftliche Fähigkeiten ausbildet. Sie enthalten damit eine noch kaum erkannte Form von Organisationsentwicklung (OE), jedoch aus dem Individuellen heraus, welches spiritualisierend tätig wird. Nicht aus dem abstrakten Gesamtwillen der Organisation, wie in OE-Theorien gängig. Ein „gemeinsames Bewusstsein“ (Rudolf Steiner) auf individueller Basis soll in der Gesellschaft gepflegt werden. Und dadurch gerade positiv gesellschaftliches Leben entstehen lassen. (ENB 13/2012).

 

Rudolf Steiners Rundbrief-Initiative für alle Sektionen, also auch die Allgemeine Sektion: «Und wir werden alle Monate oder alle zwei Monate Rundbriefe schicken, in denen für alle Mitglieder gemeinschaftlich die Fragen beantwortet werden, die von einem Mitglied gestellt werden. Aber man wird nicht Mitglied der Sektion, sondern der Klasse. Sektionen kommen nur für die Dornacher Leitung in Betracht. Der Vorstand arbeitet mit den Sektionen, der einzelne wird Mitglied der Klasse.» (Fußnote 4: GA 300c, S.118, 5.2. 1924)

 

Roland Tüscher, Kirsten Juel

 

(Stand 6.2.2013)